Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

                                         "Aus manchem, was das Herz erfuhr, wird, bestenfalls Erfahrung." (aus: Erich Kästner, die                                           13 Monate - Der Juni)

vieles von dem, was den kleinen und großen, den alten und jungen Herzen in den vergangenen Monaten widerfahren ist, war unerwartet und auf vieles davon hätten wir gerne verzichtet. Und doch ist die entscheidende Frage, ob wir so mit diesen Widerfahrnissen umgehen, dass sie zur Erfahrung werden und damit zu etwas, das für unser zukünftiges Handeln leitend werden kann.

Wir ahnen, dass Ursachen und Auswirkungen einer solchen Pandemie auch in unserem Verhalten und Handeln mitbegründet sind. Wir haben Chancen und Grenzen der Digitalisierung komprimiert erlebt, haben gesehen, wie bestehende soziale Ungleichheiten massiv verstärkt wurden, haben erlebt, dass der persönliche, analoge Kontakt unersetzbar ist.

Das alles war im vergangenen Schuljahr und begleitet uns doch auch in das neue hinein. In diesem neuen Schuljahr werden wir hoffentlich wieder mehr gemeinsame Zeit miteinander und mit den Schülerinnen und Schülern haben. Und dabei bestenfalls nicht zu schnell zu einer vermeintlichen Tagesordnung übergehen.

Ich wünsche Ihnen Räume, das Widerfahrene gemeinsam zu bedenken, die Auswirkungen und möglichen Konsequenzen auszuloten.

Ein "normales" Schuljahr wünsche ich Ihnen nicht, wie sollte das auch aussehen, aber eines, das Präsenz und Nähe, viele Begegnungen und gemeinsame Wege zulässt, das wünsche ich Ihnen!

Mit herzlichem Gruß

Pfarrerin Dr. Anja Angela Diesel